Geschichte der Schuhfabrik Brüttisellen

Vom Landgasthof zum Heim für heimatlose Jugendliche

Die Geschichte des heutigen Walder Areals baut auf jener der alten Schuhfabrik in Brüttisellen auf. Der Seidenindustrielle und Philanthrop Caspar Appenzeller gründete 1874 im ehemaligen Landgasthof Rössli an der heutigen Zürichstrasse in Brüttisellen die „Knabenanstalt Schuhfabrik Brüttisellen“, um heimatlosen Jugendlichen ein Heim, Arbeit und Ausbildung geben zu können.

Aufstieg durch Veränderung und Innovation

Appenzellers Schwiegersohn Heinrich Walder trennte bereits 1882 die Schuhfabrik von der Knabenanstalt, was einen Produktionsanstieg zur Folge hatte. Durch diesen gelang es, die Fabrikliegenschaften immer weiter auszubauen, so dass um die Jahrhundertwende über 800 Personen in der Schuhfabrik beschäftigt und täglich 2'000 Paar Schuhe produziert wurden. Während der Blütezeit in den 60er-Jahren konnte das Produktionsvolumen dank der Spezialisierung auf modische Damenschuhe auf über 800'000 Paar Schuhe pro Jahr gesteigert werden.

Schuhproduktion während fast 100 Jahren

Die Schuhfabrik Brüttisellen kann auf beinahe 100 ereignisreiche Jahre seit der Gründung 1874 zurückblicken. Geführt von insgesamt vier Familiengenerationen überstand sie die beiden Weltkriege und die damit verbundenen Wirtschaftskrisen sowie auch mehrere Grossbrände. Der immer grössere Importdruck auf die heimische Schuhindustrie und die Forderung nach höheren Arbeiterlöhnen zwangen die Inhaber zur Fusion, welche schlussendlich 1971 zur Stilllegung der Schuhproduktion führte.

Der Weg von der Schuhfabrik zum Walder Areal

Das neben der Schuhfabrikation geführte Detailhandelsgeschäft wurde 1972 unter dem Namen Schuhhaus Walder AG neu strukturiert. Der Hauptsitz des Unternehmens wurde 1982 auf dem ehemaligen Areal der Schuhfabrik errichtet. Um den verbleibenden Immobilienbesitz aus der alten Schuhfabrik verwalten zu können, wurde ebenfalls 1972 die Immobiliengesellschaft Walim AG gegründet. Seit diesem Zeitpunkt werden die ehemaligen Fabriklokalitäten an Drittfirmen vermietet. Zwischen 1989 bis 1992 wurden Teile der ehemaligen Schuhfabrik abgerissen und das Gewerbehaus Zürichstrasse 42/44 sowie ein Unterniveauparking unter dem ehemaligen Fabrikhof erstellt. Die restlichen Gebäudeteile der alten Schuhfabrik blieben bestehen und werden heute, teils durch grosse Renovationen, aufrechterhalten. Im Jahr 2011 fiel der Entscheid zur Umfirmierung des ehemaligen „Zentrum Walim“ in „Walder Areal“.

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