Hosoya Schaefer
«Für uns ist das Walder Areal ein Projekt mit besonderer Tiefe. Wir durften von Beginn an eng mit der Eigentümerfamilie zusammenarbeiten, die eine klare, generationenübergreifende Vision verfolgt. Ziel ist ein zukunftsfähiges Quartier, das nicht nur neue Gebäude schafft, sondern Brüttisellen langfristig einen echten Mehrwert bietet.
Unsere Architektur ist bewusst ruhig, präzise und materialbewusst gehalten. Sie soll sich selbstverständlich in das Gesamtareal einfügen und gleichzeitig eigenständig wirken. Besonders wichtig ist uns die Verbindung aus industrieller Geschichte, ökologischen Zielen und einer Bauherrschaft, die nicht kurzfristig denkt, sondern in langen Zeiträumen plant. Diese Haltung prägt unsere Arbeit auf dem Walder Areal wesentlich. Ein sichtbarer Ausdruck davon ist der Holzbau auf Baufeld D, der nachhaltiges Bauen konsequent umsetzt.
Die Zusammenarbeit innerhalb des Planungsteams haben wir als offen, konstruktiv und sehr kollegial erlebt. Eine zentrale Aufgabe bestand darin, Gebäude und Freiräume sorgfältig aufeinander abzustimmen. Gerade die Aussenräume mussten robust, gut nutzbar und zugleich klimatisch wirksam sein. Diese Qualitäten konnten nur im gemeinsamen Dialog mit den anderen Architekturbüros und den Landschaftsarchitekten entwickelt werden.
Inhaltlich stand für uns die Transformation des ehemaligen Industrieareals in ein alltagstaugliches Wohnquartier im Vordergrund. Nachhaltigkeit, gutes Stadtklima, Widerstandsfähigkeit und Nutzbarkeit im täglichen Leben waren dabei wichtige Leitlinien. Der Anspruch der Eigentümerfamilie, etwas Dauerhaftes für kommende Generationen zu schaffen, gab dem Projekt eine klare Orientierung und kulturelle Tiefe.
Auch der Umgang mit dem Bestand war ein zentrales Thema. Die bestehenden Klinkerbauten verstehen wir als grosse Chance. Sie sind identitätsstiftend und stehen für einen verantwortungsvollen Umgang mit vorhandener Bausubstanz. Unsere Neubauten sind bewusst zeitgenössisch gestaltet, klar und eigenständig. Die Balance entsteht aus Respekt gegenüber dem Bestehenden und aus präzise gesetzten neuen Gebäuden, die das Areal weiterentwickeln, ohne seine Geschichte zu überdecken.
Für die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner entsteht so ein vielfältiges, alltagstaugliches Quartier. Die Mischung aus Wohnen, Gewerbe, neuen Nutzungen und dem industriellen Erbe schafft eine besondere Atmosphäre, die sowohl funktional als auch identitätsstark ist.»