Ein Quartier, das allen offen steht
Stephan Corsten von Corsten Städtebau begleitete die Entwicklung des Areals von Anfang an. Besonders reizvoll war für ihn, dass sich die Bauherrschaft stark mit dem Ort identifiziert und bereit war, den Entwicklungsprozess langfristig und sorgfältig zu begleiten. Er beschreibt das Projekt als aussergewöhnlich, weil «die Bauherrschaft keine Mühen gescheut hat, um ein überzeugendes Resultat zu erreichen», und weil der Prozess über all die Jahre hinweg von einer konstanten Qualitätskontrolle geprägt war.
Für die Planung war entscheidend, welche Bedeutung das Areal für Brüttisellen hat. Das Walder Areal liegt nahe am historischen Ortskern und ist eng mit der Geschichte der ehemaligen Schuhfabrik verbunden, die für das Dorf lange Zeit eine zentrale Rolle spielte. Diese Verbindung ist bis heute spürbar. Stephan Corsten betont, dass es der Familie Walder wichtig war, «diese soziale Verantwortung zu erhalten und im neuen Quartier weiterzuführen». Entsprechend wurde das Areal nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich weitergedacht.
Ein zentrales Anliegen ist es, das Areal für die Bevölkerung zu öffnen. Wege, Plätze und Grünräume verbinden das Quartier mit seiner Umgebung und laden zum Durchqueren, Verweilen und Begegnen ein. Der neue Quartierhof bildet dabei das Herzstück des Areals. Er ist so gestaltet, dass er nicht nur den Bewohnerinnen und Bewohnern dient, sondern auch als Treffpunkt für das ganze Dorf funktionieren kann. Veranstaltungen, Begegnungen und das alltägliche Leben finden hier ihren Platz.
Die historischen Backsteinbauten bleiben wichtige Orientierungspunkte im Areal. Sie prägen den Charakter des Quartiers und erinnern an die industrielle Vergangenheit. Neue Gebäude nehmen diese Qualitäten auf, setzen aber bewusst zeitgemässe Akzente. Öffentliche Nutzungen wie Läden oder Gastronomie liegen an zentralen Orten, etwa am Quartierhof oder entlang der Zürichstrasse. Ruhigere Bereiche bieten Rückzug und Privatsphäre. So entsteht ein ausgewogenes Nebeneinander von Leben, Arbeiten und Wohnen.
Das Walder Areal wächst über mehrere Jahre hinweg. Gerade diese Entwicklung in Etappen verlangt ein klares Grundkonzept. Dieses basiert auf dem städtebaulichen Konzept von pool Architekten, das den Rahmen für die schrittweise Umsetzung des Areals bildet. Stephan Corsten weist darauf hin, dass sich Rahmenbedingungen und Bedürfnisse mit der Zeit verändern können. Umso wichtiger sei ein stabiles Fundament, das Anpassungen erlaubt, ohne den Charakter des Quartiers zu verlieren. Mit dem neuen Walder Areal entsteht so ein lebendiger Ort, der offen bleibt für die Zukunft und fest in Brüttisellen verankert ist.